Thomas Krüger

Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten

Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten Das erste Kapitel als Leseprobe
Wer spielt alles mit - die wichtigsten Personen
Wo die Geschichte spielt
Stimmen zum Buch und zum Hörbuch

Irgendwo im südlichen Ozean liegt die Insel Baldrium. Dort leben Rufus und sein sprechender Kater Bustopher am Hof des Inselkönigs Pfirsolipsis. Baldrium könnte ein Paradies des Friedens sein, wäre da nicht der oberste Palastwächter Odo Billbüx mit seinen Verdächtigungen und seinem ständigen Argwohn. Er macht Rufus das Leben zur Hölle.

Doch auch der gutmütige Erfinder Quantensprung Achterwahn und die Zauberin Melisande sind nicht ganz schuldlos an den Verwicklungen, die Baldrium eines Tages heimsuchen. Was die zwei aber mit den weißen Elefanten zu tun haben, die nun auftauchen, und mit den dunklen Wesen, die nachts durch den Palastgarten huschen, bleibt zunächst ein Rätsel.

Nach dem Geburtstagsfest von König Pfirsolipsis scheint die Insel wie verhext. Odo Billbüx sieht Baldrium bedroht - und macht Rufus dafür verantwortlich. Selbst der Inselvulkan Krakatouwaboa benimmt sich sonderbar. Die Wasserdampfwolken, die aus seinem Krater quellen, versiegen. Liegt es am Dauersonnenschein, der plötzlich herrscht?

Die Baldrianer begrüßen das schöne Wetter. Bald jedoch wird es zur Plage, denn alles verdorrt. Außerdem treibt sich eine Truppe von Palastwächtern, die sich als Dosen verkleiden, auf der Insel herum. Alles ist aus den Fugen geraten, und Rufus und Bustopher bekommen es mit einem Geheimnis zu tun, von dessen Lösung die Rettung Baldriums abhängt...

OMNIBUS / C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München 2004, 256 S., 9,90 €, ISBN 3-570-12755-9.

 

Das erste Kapitel als Leseprobe:
Eine Ortsbeschreibung vom achten bis zum fünfzehnten Glas Rum

Irgendwo in den südmalsüdlichsten Meeren lag eine Insel mit dem beruhigenden Namen Baldrium. Sie lag abseits der Schifffahrtsrouten, versteckt zwischen ein paar unwichtigen Breiten- und Längengraden, ein vergessenes Paradies in einem kaum bekannten Teil des großen Ozeans. Nur auf den alten Seekarten des Samuel Sebastian von Jotaburg war Baldrium verzeichnet: ein unscheinbarer Fleck wie ein Essensrest auf vergilbtem Papier. Auf neueren Karten war die Insel nicht zu finden. Man kannte sie nicht und hielt die Gerüchte über ihre Existenz für Unsinn. Manchmal aber erinnerte sich ein hundertjähriger Seebär in zechender Runde nach dem achten Glas Rum an das idyllische Eiland. Dann schilderte er eine Märchenwelt unter dem azurblauen Auge der Meeresgöttin. Eine Welt des Friedens, der Seligkeit und der immerwährenden Ruhe. Nur glaubte ihm niemand.

Doch was der hundertjährige Seebär seinen Zuhörern erzählte, war kein Seemannsgarn. Baldrium fehlte zwar auf den meisten Seekarten, aber nur, weil die Insel in den berüchtigten Schlummergründen lag, einer Zone völliger Windstille. Höchst selten drehte ein Schiff auf Kurs Richtung Baldrium - wenn es in die zufällige, alle paar Jahre auftretende, unerklärliche Hin- und Heringsströmung geriet. Von der Strömung erfasst, konnte es den Seeleuten passieren, dass sie Land sichteten und glaubten, auf einen riesigen Sahneberg gestoßen zu sein. Plötzlich erhob sich am ebenen Horizont eine schmelzweiße Sahnehaube, stieg höher und höher, bis darunter ein schokobrauner Bergkegel und endlich ein breiter, waldmeistergrüner Schildkrötenpanzer sichtbar wurden. An besonders trägen Tagen lag die Sahnehaube wie ein schlaffes Kissen auf der Bergspitze, und der Kegel war kaum zu sehen. An leichteren Tagen schwebte die Wolke - denn darum handelte es sich - wie ein schwereloser, weißer Elefant über dem dampfspeienden Gipfel des Krakatouwaboa, dem Sahneberg oder genauer dem sagenhaften Wasserdampfvulkan von Baldrium. So berichtete der angesäuselte Seebär nach dem neunten Glas Rum.

Von oben betrachtet und ohne die ewige Wolke hatte Baldrium den Umriss eines verbeulten Katzenkopfes mit zwei leuchtend blauen Augen. Eines von ihnen, das linke, wirkte ein wenig zugekniffen. Es trug den Namen Heringsbucht und war durch eine schmale Öffnung zwischen zwei Landspitzen mit dem Meer verbunden. Vor der Bucht war das Meer flach und glitzerte nur so von Fischen. Die Silberlingbank, wie die Untiefe dort hieß, reichte bis zu einem kleinen, aufgewölbten Felsen mit zwei Höhlen, der wegen seines unheimlichen Aussehens Schädelfelsen genannt wurde. Er lag noch in Sichtweite Baldriums und markierte den äußersten Punkt, bis zu dem sich baldrianische Fischkutter aufs Meer hinauswagten.

Über die Einfahrt zur Bucht führte die Buckelwalbrücke, und auf der nördlichen Landspitze stand der blauweiß geringelte Leuchtturm des baldrianischen Maximalerfinders Quantensprung Achterwahn. Nach dem zehnten Glas Rum wurde dessen Name zwar meist falsch ausgesprochen, aber jeder hundertjährige Seebär, der die Insel Baldrium kannte, war sich auch sturzbetrunken noch sicher: Quantensprung und Achterwahn. An der Spitze des Leuchtturms bewohnte er ein Laboratorium, das gefüllt war mit den sonderbarsten Maschinen. Sie wurden angetrieben mit der Dampfkraft des Vulkans, und eine dicke Blechröhre verlief als Dampfleitung vom Krakatouwaboa bis zum Fuß des Turms.

Das zweite Auge lag mitten auf der Insel, unterhalb des Krakatouwaboa: ein großer, ultramarinblauer See namens Lac Rimant, von den Baldrianern schon mal abfällig Tränensacksee genannt.

Die meisten Insulaner waren entweder Bauern oder Fischer. Sie wohnten, bis auf wenige Ausnahmen, am Ufer der Heringsbucht, auf dem Nasenrücken der Insel zwischen Bucht und See, im Dorf Störtebek. Die Bauern bestellten ihre Bohnen-, Pfirsolinsen-, Halbgartoffel- und Schlummerwindweizenfelder, die überall verstreut auf Baldrium lagen. Die Fischer zogen, dann und wann, auf Heringsfang. Ihre Waren boten sie sich gegenseitig an, auf dem Markt von Störtebek. Dort wurden Geschäfte noch per Handschlag besiegelt und mit Walzahntalern beglichen.

Im Hafen von Störtebek lag die kleine Fangflotte der Insel: Kutter, die der Erfinder Quantensprung Achterwahn wegen der ständigen Windstille mit ausgeklügelten, von Achterwahnbatterien betriebenen Wankelmut-Motoren ausgestattet hatte. An Bord ihrer Kutter brauchten die Fischer nur bedenklich den Kopf zu wiegen, dann setzten sich die Schrauben in Bewegung und das Schiff ging, mit Fangnetz im Schlepp, mal nach Backbord, mal nach Steuerbord Kurs nehmend, auf Fahrt.

Ansonsten trug die katzenköpfige Insel im Nordosten noch so etwas wie einen Haarschopf in Gestalt des mächtigen Sinisterwaldes mit seinen Finsterfrüchten, seinen Schattentannen, Bulbus-Eichen und den eingestreuten Schmetterlinden. Diese Schmetterlinden konnten, wenn sie aufgeschreckt wurden, davonfliegen, und sie lieferten an alle Küsten der Welt das scheinbar unerklärliche Treibholz. Mitten im Sinisterwald, unter der Wurzel einer ganz und gar nicht schreckhaften Bulbus-Eiche, lebte die Kräuterfrau und Zauberin Melisande, die mit einem Sud aus Cumuluswurz und Zirrhonellenstaudenraspeln nervenkranke Schmetterlinden kurierte, mit den Raben des Waldes Zwiegespräche führte und manches alte Geheimnis kannte.

Im Südwesten Baldriums, ein Stück weit unterhalb des Dorfes Störtebek, lag der königliche Palast, Heringsburg genannt, mit vier Türmen, mächtigen Mauern und einem Festsaal, in dem jeder Insulaner Platz hatte für sich, seinen Bauch und eine dreitägige Mahlzeit mit unerträglich lautem Gesang.

Es gab noch vieles mehr auf Baldrium. Aber nach dem zwölften, dreizehnten und vierzehnten Glas Rum war jeder halbwegs trinkfeste hundertjährige Seebär längst allein mit seiner Geschichte.

So grummelte er höchstens noch vor sich hin, was er sonst alles über Baldrium wusste: dass die Insel von einem König mit Namen Pfirsolipsis der Acht mal Achte regiert wurde, dessen sonniges Gemüt ihm den Beinahmen "Pfirsolipsis der Acht mal Lachte" eingebracht hatte. Dass es im Palast vierundvierzig Zimmer gab und dass der stärkste Mann der Insel ein Schmied namens Hektor McZongg war.

Womöglich erinnerte sich der Seebär schließlich daran, dass in den Gewölben der Heringsburg, in einem Winkel der Wäschekammer, ein Junge namens Rufus, genannt "der Kellerling", mit seinem sprechenden Kater Bustopher lebte und dass Odo Billbüx, der Palastwächter und Sicherheitsminister des Königs, diesen Rufus nicht besonders mochte, weil er ihn für einen Fremden hielt und alles Fremde für gefährlich.

Je länger der Seebär dann über Rufus nachdachte, desto lebendiger wurde das Bild dieses Jungen. Dunkel, fast schwarz waren sein Gesicht, seine Hände, seine Füße, sein ganzer Körper. In seiner grauen, abgewetzten Kluft sah er verstaubt aus, als hätte er sich im Aschekasten des Vulkans gewälzt. Sein dichtes, schwarzes Haar aber schimmerte im Sonnenschein wie durchzogen von Feuersträhnen, und wenn er jemandem durchdringend in die Augen sah, schien sein Blick zu leuchten. In stockfinsterer Nacht konnte man ihn sogar an seinen Augen erkennen, wie eine Katze, was der Kater Bustopher ausgesprochen sympathisch fand.

Hatte er sich an all dies erinnert, konnte der Seebär gar nicht anders als weiterzugrübeln und an die Oberfläche zu holen, was sich aus vierzehn Glas Rum alles herausfischen ließ über Rufus, den Kellerling. Zum Beispiel, dass er als Säugling gefunden worden war, als wimmerndes Bündel in einer Felsmulde am Strand von Baldrium. Dass Odo Billbüx sich heftig gegen den Wunsch des Königs gewehrt hatte, Rufus, den Fremdling, auf der Insel zu behalten. Dass die Zauberin Melisande ihn schließlich zu sich genommen und im Sinisterwald aufgezogen hatte, und dass ihn neben Melisande auch Quantensprung Achterwahn ins Herz geschlossen hatte. Nicht nur, weil Rufus versprach eines Tages ein großer Erfinder zu werden.

Nach dem fünfzehnten Glas Rum schlief auch der stärkste hundertjährige Seebär ein. Dann träumte er vielleicht von der abenteuerlichen Geschichte, die Rufus, der Kellerling, vor unbestimmter Zeit auf der Insel unter dem Rüssel des schwebenden, weißen Elefanten erlebt hatte ...

 

Wer spielt alles mit - die wichtigsten Personen

Rufus (der Kellerling)
Der Held der Geschichte. Seine Herkunft ist unbekannt. Er wuchs im Sinisterwald auf und lebt und arbeitet nun im Keller der Heringsburg. Er wird gern vom königlichen Sicherheitsminister Odo Billbüx schikaniert. Rufus ist ungefähr 12 Jahre alt. Weil er als Säugling am Strand der Insel Baldrium gefunden wurde, kennt er sein genaues Alter nicht.

Bustopher
Ein sprechender Kater und der beste Freund von Rufus. Bustopher ist der Sohn von Melisandes Katze Abraxa, und er stammt aus dem Sinisterwald.

Quantensprung Achterwahn
Ein genialer Erfinder, der im Leuchtturm der Insel lebt und dort ein Laboratorium mit merkwürdigen Maschinen betreibt. Quantensprung Achterwahn erfindet unglaubliche Dinge - mit unglaublichen Folgen.

Melisande
Eine Kräuterfrau und Zauberin. Sie lebt im Sinisterwald und kennt alles, was mit Zauberei, Kräuterwissen und Magie zu tun hat. Sie ist mit Quantensprung Achterwahn befreundet - obwohl sie sich dauernd zanken.

Odo Billbüx
Der Palastwächter und Sicherheitsminister von Baldrium. Er lebt an der Heringsburg des Königs und ist gegenüber allem Fremden höchst misstrauisch. Sein besonderer Argwohn gilt Rufus, den er für gefährlich hält. Odo Billbüx ist der Kommandant der Abteilung Nachterwacht. Sein treuester Begleiter ist der Spürhund Kommodore Zink.

König Pfirsolipsis der Acht mal Achte
Der König von Baldrium und ein Mensch mit sonnigem Gemüt. Deshalb nennen ihn die Baldrianer auch gern "Pfirsolipsis der Acht mal lachte". Er residiert in der Heringsburg, liebt Vulkankegelpudding, und er träumt von einer Herde weißer Elefanten.

Smut Bartwal
Ein Fischer, der so seekrank ist, daß er nur im Süßwassersee der Insel Baldrium auf Fischfang gehen kann. Seiner Fischerkollegen machen sich deshalb gern über ihn lustig - was er aber gar nicht lustig findet.

Hektor McZongg
Der Inselschmied. Er ist der stärkste Baldrianer und liebt Musik. In seiner Schmiede wird alles hergestellt, was aus Metall ist. Sogar Schwerter und Rüstungen. Er ist Mitglied der Abteilung Nachterwacht.

Hein Grisch
Ein baldrianischer Bauer mit besonderem Geschäftssinn. Seine Felder liegen rund um den Lac Rimant, dem Süßwassersee der Insel, und das sorgt für manche Verwicklung.

Die Abteilung Nachterwacht
Eine besondere Wachtruppe, angeführt von Odo Billbüx. Zu ihr gehören Fischer, Bauern und Palastbedienstete wie Schreinermeister Wurm, Supp Zappzadapp, Friedolin Lebertran, Chrom Zwiebelback, Ajax Kuchenstör, Janosch von der Ginstergunst, Jan Schattensieb und Smut Bartwal.

Die weißen Elefanten
Loxodonta, Tuskula, Lokomona, Babalum, Silkonda, Desira, Kolossander, Bombong, Leviander, Rochus, Trumm, Snort und der Babyelefant Ivor.

Palastbedienstete
Zum Personal der Heringsburg gehören u.a. Benjamin Brühwürfel, der Palastkoch; Amadeus Notenhagel, der Hofkomponist und Saladin Stichling, der Hofschneider.

Mitglieder einer altbaldrianischen Expedition
Theodosius Plusquamp, Rochus Thiolizzi und Samuel Sebastian von Jotaburg

In weiteren, sehr wichtigen Rollen
Das Volk der Magmanier, Flug- und Halbgartoffeln, ein Wünschelschrank, nocturnische Schuppensichtgläser, fliegende Bäume (Schmetterlinden), ein Vulkan namens Krakatouwaboa, kilometerlange Blechröhren, viel zu gutes Wetter und manches mehr...

 

Wo die Geschichte spielt

Baldrium
© Illustration: Karoline Kehr (www.atelier9.de)

 

Pressestimmen zu Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten (Buch und Hörbuch)

aus: Eselsohr 4/04
"...Die phantastisch-aberwitzigen Geschehnisse sind gruppiert um den Kernkonflikt zwischen Technik und Natur, zwischen natürlicher Entwicklung und menschlichem Eingreifen. Je größer die existentielle Bedrohung durch die unnatürliche Sommerhitze und den dräuenden Vulkan, desto geringer die an Jonathan Swift und Joachim Ringelnatz angelehnten Skurrilitäten - die Darstellung der Welt der Magmanier erinnert bisweilen sogar an die gruseligen Sphären von H. P. Lovecraft..."
Martin-Christoph Just

aus: Micky Maus Magazin 4. Mai 04
"Auf der Insel Baldrium geht es rund: Es gibt fliegende Kartoffeln, wundersame Bücher und ein Makkaroni-Labyrinth. Aber das Merkwürdigste sind die weißen Elefanten..."

aus: Stuttgarter Nachrichten 12. Juni 04
"...Rufus, Held der Geschichte und Kellerling der Heringsburg, sein schwarzer Kater Bustopher und der kleine Elefant Ivor versuchen zwischen fliegenden Kartoffeln, nervösen Bäumen, dem Vulkan Krakatouwaboa, dem Palastwächter Odo Billbüx und mit Dirk Bachs vergnüglichen Stimmkapriolen das Geheimnis der Insel Baldrium zu lösen."

aus: Hörzu Nr. 27 - 25. 06. 04
"Wenn eine Insel Baldrium heißt, sollte man doch wohl annehmen, dass es dort einigermaßen ruhig zugeht. Doch das ändert sich schlagartig am 44. Geburtstag des Königs Pfirsolipsis. Unversehens gerät der zwölfjährige Rufus in einen Strudel von geheimnisvollen und dunklen Abenteuern. Skurrile Figuren, eine Portion Spannung, Witz und vor allem viel Fantasie zeichnen Krügers Geschichte für Kinder ab acht aus. Es liest - temperamentvoll und hörbar mit Spaß an der Sache - Fernseh-Komiker Dirk Bach."

aus: Inside-Forum / CLH-Forum / Hörspiel-Forum Juli 04
"Empfohlen ab 8 Jahren' steht auf dem Cover, aber dass dieses Hörbuch auch älteren Semestern Spaß machen wird, liegt neben der phantastischen Geschichte, die immer wieder überrascht, vor allem an der Schreibkunst des Autors, dessen Stil ein wenig an Terry Pratchett erinnert: Wortschöpfungen, die Spaß machen und eine Reihe von herrlich skurrilen Charakteren bevölkern die Story rund um den ‚Kellerling' Rufus [...]. Knapp drei Stunden gekürzte Lesung vergehen wie im Flug, während man den Abenteuern von Smut Bartwal, dem seekranken Fischer, Odo Billbüx, dem geistig etwas stumpfen Palastwächter und Sicherheitsminister, Hein Grisch, einem ‚Gar'toffeln anbauenden Bauern sowie vielen anderen wunderlichen Gestalten lauscht. Dirk Bach trägt mit gewohnter Inbrunst vor, verleiht den Figuren ihre eigene Note und ist mit jeder Silbe voll bei der Sache. Wer mit Kopfhörer zu hören gewohnt ist, wird manchesmal von der Stimme des runden Kölners fast aus dem Sessel geworfen, denn ruhiges Erzählen ist gewiss nicht sein Ding. Untermalt wird das Hörbuch von einer kurzen spritzigen Musik mit Elefantentrara - das passt und macht Laune. Man hätte ruhig ein bisschen mehr Musik einspielen dürfen, denn das lockert einfach klasse auf..."
Stephanie Pelzer-Bartosch
www.inside-forum.de/thread.php?threadid=3435&sid=
www.hoerspielportal.de/hoerspielforum/viewtopic.php?p=18534#18534

aus: Stuttgarter Nachrichten 10. Juli 04
"Odo Billbüx, Supp Zappzadapp, Quantensprung Achterwahn, Chrom Zwiebelback, Benjamin Brühwürfel und etwa 20 weitere Figuren mit reichlich vertrackten Namen spielen in Thomas Krügers Kinderbuchdebüt mit. Wie gut, dass wenigstens der Held nur Rufus heißt - und somit problemlos im Gedächtnis bleibt. Aller Konfusion zum Trotz: Die Geschichte um zwölf weiße Elefanten und einen Babyelefanten, die am Geburtstag von König Pfirsolipsis der Acht mal Achte aus dem Nichts auf dem kleinen Inselreich Baldrium auftauchen, ist spannend und fantasievoll. Obwohl Themen wie Toleranz, Völkerverständigung und die Umweltproblematik eine Rolle spielen, erhebt Krüger den pädagogischen Zeigefinger erfreulich selten."
ina

aus: Berliner Zeitung, 24. Juli 04
"...Auf der Insel Baldrium geht es friedlich zu. Während des Sommerwetters fischen die Bewohner nach Fernglasfischen oder unterhalten sich im Sinisterwald mit Schattentannen und Schmetterlinden. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Im Palastgarten des Königs Pfirsolipsis stehen eines Morgens weiße Baumstämme. Als die Bewohner der Insel genauer hinsehen, erkennen sie weiße Elefanten. "Und sie leben sogar!", ruft der König begeistert. Schließlich hatte er am Tag zuvor Geburtstag und alles, was er sich von Herzen gewünscht hatte, ging in Erfüllung. Doch was macht man plötzlich mit einer Herde Elefanten. Zum Glück gibt es den zwölfjährigen Rufus, der sich gleich um die Tiere kümmert und sich mit dem kleinen Elefanten Ivor anfreundet. Doch etwas Beunruhigendes geht auf der Insel vor. Ein fremdes Volk scheint sich für die Elefanten zu interessieren. Palastwächter Odo Billbüx schlägt Alarm. Das Königreich wird von Feinden bedroht! Sofort fährt er seine Gummibaumblätter abfeuernde Kanone aus. Doch Rufus ist ganz anderer Ansicht. Zusammen mit seinem Kater Bustopher löst er das Geheimnis der weißen Elefanten."
(xbah.)

aus: Ostthüringer Zeitung, 7. August 04
"Die Insel Baldrium ist nur auf alten Seekarten verzeichnet. Hier regiert König Pfirsolipsis und dort lebt Rufus Kellerling, 12 Jahre alt. Die Ruhe ist dahin, als zwölfheinhalb weiße Elefanten auftauchen, die unterirdisch hausenden Magmanier Unruhe stiften und der Vulkan Krakatouwaboa auszubrechen droht. Das sind nur die Grundsäulen von "Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten", aufgeschrieben von Thomas Krüger - eine an Phantasie überbordende Geschichte. Handgemacht für einen Sprecher und Komödianten wie Dirk Bach. Nach der glücklichen Vereinigung mit dem "Urmel" zeigt Dirk Bach, was er noch alles draufhat. Er bewältigt glänzend alle Passagen des Textes mit Zungenbrechern: Quantensprung Achterwahn, Supp Zappzadapp, Loxodonta, Krakatouwaboa... Das Fantasymärchen um Rufus, den Elefantenhüter und Inselretter, eignet sich mehr zum Lesen. Die Bilder und Symbole - viele davon altvertraut und hier neu verarbeitet - strömen und sprudeln, Rahmen- und Binnenhandlungen verknüpfen sich zu einem lebendigen Geschichtenteppich. Bemerkenswert auch die rhythmisch flotte Musik (Bernd Schönhofen, Arno Steffen). Ein Hörerlebnis besonders für solche Märchenfreunde, die sich gern von rätselhaften Geschichten verführen lassen."
C. Schwiedereck

aus: Literaturzirkel Belletristik, Science Fiction & Fantasy August 04
"Thomas Krüger zündet ein Feuerwerk der Sprache, das nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene mit Vergnügen zu hören ist. Der Autor hat so viel Wortwitz und Sprachspiele eingebaut, dass auch gebildete und belesene Große auf ihre Kosten kommen. Um nur ein Beispiel zu nennen, läßt der Vulkan Krakatouwaboa sowohl »Tohuwabohu« als auch den berühmten Vulkan Krakatau anklingen.
Was mir als Mutter sehr gut gefällt, ist, dass es eine Geschichte ist, die sowohl 10-jährige mit Spannung hören können, bei dem es aber auch kein Problem ist, kleinere Geschwister mithören zu lassen, da die Handlung ohne große Gewaltexzesse oder Brutalität auskommt. Dirk Bach liest wieder in der gewohnt rasanten Art, mit der er schon bei KÄPT'N BLAUBÄR und anderen Moers-Lesungen Furore machte."
Matita C. Leng
www.ma1stnews.de/literaturzirkel/autoren_k/krueger_t_1.htm

aus: Die Kitzinger, 14. August 04
"König Pfirsolipsis von der Insel Baldrium hat Geburtstag. Was er nicht weiß: Ihm werden an diesem Tag Herzenswünsche erfüllt. So kommt es, dass am nächsten Morgen eine Herde weißer Elefanten im Palastgarten steht. Zum Glück hat der zwölfjährige Rufus ein Händchen für die Riesen, vor allem für den kleinen Elefanten Ivor. Es scheinens ich aber noch andere für die sanften Dickhäuter zu interessieren - ein merkwürdiges Volk, das die Inselbewohner von Baldrium noch nie gesehen haben. Droht der friedlichen Insel Gefahr?."

aus: Rheinische Post, 21. August 04
"König Pfirsolipsis von der Insel Baldrium hat Geburtstag. Was er nicht weiß: Ihm werden an diesem Tag Herzenswünsche erfüllt. So kommt es, dass am nächsten Morgen eine Herde weißer Elefanten im Palastgarten steht. Zum Glück hat der zwölfjährige Rufus ein Händchen für die Riesen, vor allem für den kleinen Elefanten Ivor. Thomas Krüger erzählt in seinem ersten Kinderbuch eine abenteuerliche Geschichte."
dh

aus: BuchSzene, 3/2004
"...Die friedliche Insel steckt durch die erste Zaubertrank-Phiole von Melisande und die Wünsche des Königs in großen Schwierigkeiten. Ich denke, jeder hat seine eigenen Erfahrungen mit den Odo Billbüxen dieser Welt gemacht... Erwachsene werden da wahrscheinlich eher politische Parallelen ziehen, während Kinder sicher in dem einen oder anderen Erwachsenen ihrer Umgebung einen Odo erkennen..."
Kerstin Krögis

aus: Känguru, November 2004
"Eine seltsame Insel liegt versteckt in den südmalsüdlichsten Meeren zwischen ein paar unwichtigen Längen- und Breitengraden. Kein Mensch erinnert sich an dieses Inselparadies, abgesehen vielleicht von ein paar hundertjährigen Seebären. Dabei ist Baldrium - so heißt das Eiland - wirklich eine Reise wert. Nicht nur Flora und Fauna überraschen mit allerhand Eigenheiten und Eigentümlichkeiten, auch die Bewohner sind schrullig bis skurril, dabei liebenswert und äußerst interessant. Der Bergisch Gladbacher Autor Thomas Krüger hat diesen geheimnisvollen Ort für uns entdeckt und entführt in seinem Roman seine Leserschaft mit leichter Feder, viel Fantasie und einer guten Portion Sprachwitz dorthin. Bald fühlen wir uns dort wie zu Hause und es fällt immer schwerer, das Buch aus der Hand zu legen. In der fantastischen Welt Baldriums entwickelt sich nämlich eine wunderbare Geschichte, die mit einem Hin-und-Herings-Tee-für-zwei-Gefecht beginnt, sich um wundersame Persönlichkeiten wie den genialen Erfinder Quantensprung Achterwahn, die Kräuterfrau Melisande, den Schmied Hektor McZongg oder den König Pfirsolipsis entfaltet und schließlich mit einem geschenkten 13. Geburtstag endet. Was dazwischen geschieht, sollten Kinder ab 8 Jahren, Eltern und Großeltern unbedingt selber lesen - genussvolle Schmökerstunden warten. Wer möchte, kann sich die Geschichte auch vorlesen lassen. Sie ist bei Random House Audio als leicht gekürztes Hörbuch erschienen und wird furios von Dirk Bach vorgetragen - ein Ohrenschmaus."
Petra Hoffmann

aus: rundum, 2004/2005
"Er ist ein Spezialist für Texte mit zungenverdrehenden Worten, keine sprachliche Hürde, die Dirk Bach bei einer Lesung nicht meisterhaft bewältigen würde. (Sprechen Sie einmal den Namen des Vulkans 'Krakatouwaboa' schnell aus!) Folgerichtig ist Dirk Bach die optimale Besetzung für die Interpretation des vor Fabulierkunst strotzenden Buches 'Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten'. Der Zuhörer staunt, welche außergewöhnlichen und überaus unterhaltsamen Ideen dem Autoren Thomas Krüger gekommen sind, als er davon berichtet, welche Abenteuer Rufus, der Kellerling, zu bestehen hat, ausgelöst durch Ereignisse am 44. Geburtstag des Inselkönigs Pfirsolipsis, der Tag, an dem die weißen Elefanten auftauchen..."

aus: ASB Magazin, 4/2004
"König Pfirsolipsis der Acht mal Achte feiert seinen 44. Geburtstag auf der Insel Baldrium, einem märchenhaften Eiland. Hier kann man im Sommer Fernglasfischen oder sich im Sinisterwald mit Schattentannen und Schmetterlinden unterhalten. Der geniale Erfinder Quantensprung Achterwahn erfindet hier täglich neue Maschinen, der Palastkoch Benjamin Brühwürfel neue Leckereien. Doch der Frieden trügt, denn am Geburtstag des Königs tauchen weiße Elefanten und geheimnisvolle schwarze Wesen auf. Odo Billbüx, der Palastwächter, wittert eine Verschwörung. Der Kellerling Rufus, ein etwa zwölfjähriger Junge, bietet gemeinsam mit seinem Kater Bustopher und Ivor, dem kleinen Elefanten, alles auf, um eine drohende Katastrophe zu verhindern. Ein herrlich fantasiereicher Hörspaß für Kinder ab acht Jahren, den Schauspieler Dirk Bach wundervoll vorliest."

aus: Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW / AJuM
"170 Minuten lang liest Dirk Bach eine gekürzte Hörbuchfassung des gleichnamigen Buches: turbulent, rasant, manchmal fast zu schnell, aber immer ausdrucksstark, bisweilen parodierend und immer begeistert, so als machte ihm selbst das Buch am meisten Spaß. Die Geschichte ist ein wahrer Ausbund an Fantasie: Weiße Elefanten, sprechende Kater, schwarze Wesen, fliegende Gartoffeln (!) und Bäume, ein nocturnisches Schuppensichtglas agieren neben Palastwächtern, Sicherheitsministern, Süßwasserfischern und Spürhunden; die Menschen heißen dann Wurm, Zappzadapp, Friedolin Lebertran, Chrom Zwiebelback, Ajax Kuchenstör oder Quantensprung Achterwahn, die Elefanten Leviander, Lokodonta, Snort, der Vulkan Krakotouwaboa. Die märchenhafte Geschichte springt von einer Verrücktheit in die andere und bietet dem Zuhörer Spannung pur: Da tauchen geheimnisvolle Wesen auf, es gibt eine Verschwörung, und der Insel, die aussieht wie “ein unscheinbarer Fleck wie ein Essensrest auf vergilbtem Papier”, droht eine Katastrophe, und nur, weil der König sich richtig schönes Wetter gewünscht hat. Ein Riesenspaß für alle, die fantasievolle, spannende Unterhaltung zu schätzen wissen."

aus: WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen, 2. April 2005
"Einmal zwei, drei Wünsche frei haben. Dann - ja dann was? Dann rennen weiße Elefanten durch den Garten, wachsen Gummibäume, wo keine waren, und ist manches ganz anders - und nicht immer schön. So erlebt es der kleine Rufus - Kellerling, Dienstbote und bester Freund des sprechenden Katers Bustopher. Beide sowie andere wunderbare Gestalten auf der Insel Baldrium in den südmalsüdlichsten Meeren stammen von Thomas Krüger, der auch Regisseur des Hörbuchs "Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten" (Random House Audio; 3 CD, 15€, ab 8 Jahren) ist. Geschaffen hat Krüger eine liebevolle Geschichte, die vor Fantasie nur so strotzt und herrliche Bilder kreiert. Zugleich jedoch kränkelt das Werk eben an diesem Übermaß. Die Anhäufung stört, vieles wäre ein wenig schlichter noch viel schöner. "

aus: Kölner Stadt-Anzeiger, 15. April 2005
"Wer immer schon einmal wissen wollte, was Gar-toffeln sind, wozu ein Brühwürfel fähig ist und wie sich Heringssalatrosa als Fassadenanstrich macht, der ist bei Thomas Krüger an der richtigen Adresse. Wäre er ein Kind, würde man sagen, er hat zu viel Fantasie. Da der gebürtige Westfale aber bereits 42 Lenze zählt, fällt er auf im Reigen zeitgenössischer Autoren. „Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten“ ist der Titel seines ersten Kinderbuchs, das vor Sprachspielen nur so strotzt. Eine „aberwitzige Geschichte“, wie Krüger selber sagt, die zudem auf einer „durchgeknallten Insel“ spielt. Dass es auf Baldrium alles andere als ruhig zugeht, dafür sorgen unter anderem der Erfinder Quantensprung Achterwahn, Palastkoch Benjamin Brühwürfel, Hofkomponist Amadeus Notenhagel und nicht zuletzt seine Hoheit König Pfirsolipsis der Acht mal Achte.
Wem hier Assoziationen an die Augsburger Puppenkiste kommen, der ist nicht ganz auf dem falschen Dampfer. „Lummerland steht irgendwo Pate“, gibt Krüger zu. Überhaupt lässt er sich gerne von mehr oder weniger historischen Vorbildern inspirieren. Das gilt vor allem für seine Gedichtbände. Kein Wunder, dass seine Danksagungen immer ausgesprochen ausführlich geraten, Adam und Eva ebenso einbeziehen wie Cat Stevens und Captain Kirk. Irgendwo zwischen Moorhuhn und Münchhausen ist die literarische Welt des Thomas Krüger. Überdreht und abgedreht, ganz nah am Kult und haarscharf an der Grenze zur Realität... "

Dirk Bach über Rufus
"Ich mag 'Rufus und das Geheimnis der weißen Elefanten', weil es mich in Windeseile in eine ganz andere Welt versetzt hat, in der es vor verschrobenen und gleichzeitig so liebenswerten Figuren nur so wimmelt. Und die Figur Rufus ist mir binnen kürzester Zeit richtig ans Herz gewachsen. Diesen herzallerliebsten Kellerling muß man einfach mögen. Wer das nicht tut, dem ist nicht zu helfen."